In dieser Woche haben wir bereits ausführlich über das Freibad berichtet.
Viele Menschen in Bad Iburg haben den langen Streit aufmerksam verfolgt, denn kaum ein Thema hat unsere Stadt in den vergangenen Jahren so bewegt wie dieses.
Es war ein Prozess voller Wendungen, voller Diskussionen und voller Momente, in denen sich zeigte, wie sehr den Bad Iburgerinnen und Bad Iburgern dieses Freibad am Herzen liegt. Wir veröffentlichen deshalb diesen ergänzenden Artikel, der das gesamte Verfahren noch einmal zusammenfasst und chronologisch einordnet.
Während wir diesen Konflikt begleiten durften, ist uns erneut bewusst geworden, wie wertvoll es ist, ein Teil dieser Stadt zu sein, denn hier zeigt sich immer wieder, dass Engagement, Zusammenhalt und Beharrlichkeit mehr bewirken können als jede Prognose. Es gibt Geschichten, die in einer Verwaltungsvorlage beginnen und mit einem Schlüsselbund in Bürgerhand enden.
Die Geschichte des Freibads Bad Iburg gehört genau dazu und sie erzählt viel darüber, wie eine Stadt funktioniert und wie eine Stadt eben nicht funktioniert. Schon vor Jahren war klar, dass das Freibad wirtschaftlich nicht gut dastand. Rote Zahlen, ein wachsender Sanierungsstau und eine reparaturbedürftige Heizungsanlage prägten das Bild. Die Stadtverwaltung beschrieb es nüchtern und stellte fest, dass eine Fortführung des Betriebs finanziell nicht gesichert sei.
Während viele Familien, Kinder und Sportvereine überlegten, wie ein Sommer ohne Freibad aussehen sollte, stellte man im Rathaus eher die Frage, wie lange man sich dieses Bad überhaupt noch leisten könne. Der Bürgermeister ließ lange keinen Zweifel daran, dass er einen Fortbestand des Freibads für ausgeschlossen hielt. Finanzielle Gründe, strategische Überlegungen und klare Prioritäten führten zu einer Position, die im Kern nur sehr wenig Raum für Hoffnung ließ. Später sprach er öffentlich davon, dass er sehr kritisch auf das Bad geschaut habe. Wer die Debatten erlebt hat, weiß, dass dies eine freundliche Umschreibung dafür ist, wie sicher man sich lange war, dass das Freibad keine Zukunft mehr haben würde.
Dass diese Einschätzung am Ende nicht Realität wurde, liegt ausschließlich an den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt. Während im Rathaus die Akten bereits geordnet schienen, begannen viele engagierte Menschen gerade erst mit ihrer Arbeit. Der Förderverein wuchs deutlich, Flohmärkte füllten das leere Becken mit Leben und Menschen, die zuvor wenig mit Verwaltungssprache zu tun hatten, lasen plötzlich Sanierungsstudien und Haushaltspläne. Das gemeinsame Ziel war einfach und klar und es lautete, dass Bad Iburg sein Freibad behalten soll.
Die Schließungsentscheidung des Rats im Frühjahr 2025 machte die Lage zunächst endgültig. Der jährliche Betriebskostenzuschuss wurde gestrichen und das Freibad sollte geschlossen bleiben. Doch anstatt sich mit diesem Beschluss abzufinden, begann Bad Iburg erst richtig laut zu werden. Veranstaltungen, Informationsabende, Gespräche mit der Klosterkammer und ein neu entwickeltes Trägermodell führten dazu, dass die Bürgerinnen und Bürger eine vollständige Alternative auf die Beine stellten. Die Gründung der Bürgerbad Bad Iburg gGmbH wurde zum entscheidenden Schritt.
Im Spätsommer 2025 änderte sich die Stimmung vollständig. Das Modell des Bürgerbads stand, ein Finanzierungsrahmen wurde ausgearbeitet und die politischen Mehrheiten bewegten sich. Was vorher als unrealistisch bezeichnet wurde, lag plötzlich unterschriftsreif auf dem Tisch. Die Stadt sagte einen Investitionszuschuss und einen dauerhaften Betriebskostenzuschuss zu und das Erbbaurecht wurde langfristig gesichert. Am siebten Oktober folgte die Zustimmung des Stadtrats und drei Tage später wurde das Freibad offiziell an die Bürgerbad Bad Iburg gGmbH übergeben.
Die Geschichte des Freibads Bad Iburg ist damit nicht nur ein Kapitel über ein Schwimmbad. Es ist eine Geschichte darüber, dass Engagement funktioniert und dass demokratische Beteiligung nicht nur in Wahlkabinen stattfindet. Es ist eine Bad Iburger Geschichte, eine Geschichte von Mut, Ausdauer und Überzeugung. Und am Ende ist es vor allem eine Geschichte, die zeigt, dass diese Stadt ihr Schicksal nicht kampflos aus der Hand gibt.
Der kleine Weihnachtsmarkt am Hanseplatz: Gemeinschaft zeigt Wirkung – Preisstabilität für das Kinderkarussell gesichert**
Wenn in Bad Iburg die Lichter angehen, Zauber über den Hanseplatz zieht und das kleine nostalgische Karussell seine ersten Runden dreht, dann beginnt für viele Familien die vielleicht schönste Zeit des Jahres. Der kleine Weihnachtsmarkt – organisiert vom Historisches Iburg e.V. – lebt seit Jahrzehnten von diesem besonderen, fast dörflich-herzlichen Charme.




